Unfallversicherung

Unfallversicherung für Polizisten: Im Dienst abgesichert. In der Freizeit auch?

Beamte sind nicht in der gesetzlichen Unfallversicherung. Bei einem Dienstunfall greift die Unfallfürsorge deines Dienstherrn – beim Sturz vom Mountainbike am Wochenende greift gar nichts.

Illustration eines Schildes mit Kreuz als Sinnbild für Unfallschutz

Anders als Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst bist du als Beamter nicht über die gesetzliche Unfallversicherung geschützt. Stattdessen gibt es die Unfallfürsorge deines Dienstherrn, geregelt in den §§ 30 ff. Beamtenversorgungsgesetz und im entsprechenden Landesrecht. Sie greift bei Dienstunfällen – und der Weg zur Dienststelle zählt mit.

Der blinde Fleck liegt in der Freizeit. Ein Unfall beim Sport, im Urlaub, beim Heimwerken oder auf dem Motorrad ist kein Dienstunfall. Dafür leistet der Dienstherr nichts. Und weil die meisten Unfälle nun einmal privat passieren, ist genau das die Lücke, über die zu sprechen sich lohnt.

Dazu kommt: Nicht jeder Unfall im dienstlichen Umfeld wird auch als Dienstunfall anerkannt. Die Anerkennung ist ein Verfahren mit Fristen und Mitwirkungspflichten – der Unfall muss innerhalb von zwei Jahren gemeldet werden.

Worauf du achten musst

Eine Police für die Polizei sieht anders aus.

Infektionsklausel

Nadelstichverletzung bei einer Durchsuchung, Kontakt mit infektiösem Material im Einsatz: Eine Infektion ist im klassischen Sinn kein Unfall. Ohne ausdrückliche Klausel zahlt der Versicherer nicht.

Rauchgas und Vergiftungen

Einatmen von Rauchgasen oder Reizstoffen wird in Standardtarifen häufig ausgeschlossen oder nur eingeschränkt gedeckt. Für den Polizeidienst gehört das ausdrücklich hinein.

Körperverletzung im Dienst

Ein Angriff auf dich ist ein Vorsatzdelikt eines Dritten. Prüfe, ob deine Bedingungen Gesundheitsschäden durch tätliche Angriffe einschließen – gerade das ist ein reales Berufsrisiko.

Progression und Invaliditätssumme

Die Leistung bemisst sich nach dem Invaliditätsgrad und der vereinbarten Summe. Eine Progression erhöht die Auszahlung bei schweren Fällen überproportional. Eine niedrig angesetzte Grundsumme nützt im Ernstfall wenig.

Unfallversicherung oder Dienstunfähigkeit – was brauche ich?

Beides deckt Verschiedenes ab, und sie ersetzen einander nicht.

Die Unfallversicherung zahlt eine einmalige Kapitalleistung, wenn nach einem Unfall ein dauerhafter Körperschaden bleibt. Ursache muss ein Unfall sein.

Die Dienstunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn du deinen Dienst nicht mehr ausüben kannst – unabhängig davon, ob ein Unfall oder eine Krankheit dahintersteckt. Da die häufigsten Ursachen für Dienstunfähigkeit psychische Erkrankungen und Beschwerden des Muskel-Skelett-Systems sind, deckt sie den weit größeren Teil des Risikos ab. Mehr dazu auf der Seite zur Polizeidienstunfähigkeit. Wie sich Belastung im Wechseldienst bemerkbar macht, steht im Beitrag Schichtdienst und Ernährung.

Wenn das Budget knapp ist

Muss man sich entscheiden, hat die Dienstunfähigkeitsversicherung in aller Regel Vorrang: Sie sichert dein laufendes Einkommen, und zwar bei jeder Ursache. Die Unfallversicherung ergänzt sie sinnvoll, ersetzt sie aber nicht.

Zum Nachlesen

§§ 30 ff. BeamtVG

Wird ein Beamter durch einen Dienstunfall verletzt, wird ihm Unfallfürsorge gewährt. Als Dienst gilt auch der Weg von und zur Dienststelle. Der Unfall ist dem Dienstvorgesetzten innerhalb der gesetzlichen Ausschlussfrist von zwei Jahren zu melden. Die Länder haben entsprechende Regelungen.

Was wir uns anschauen

Im Erstgespräch prüfen wir, ob deine Bedingungen die drei polizeitypischen Punkte enthalten – Infektion, Rauchgas, tätlicher Angriff –, ob die Invaliditätssumme zu deiner Situation passt und ob Hobbys wie Motorradfahren oder Kampfsport eingeschlossen sind. Den Gesamtüberblick gibt die Übersicht der Absicherungen im Polizeistudium, den Gesundheitszustand sichert die Anwartschaft für die PKV. Dahinter steht unser Netzwerk seit 1998.

Häufige Fragen

Kurz und verständlich.

Sie greift nur bei anerkannten Dienstunfällen einschließlich Wegeunfällen. Der größere Teil aller Unfälle passiert privat – beim Sport, im Haushalt, im Urlaub. Dafür leistet der Dienstherr nicht.

Ja, die Unfallfürsorge steht allen Beamten zu, auch Beamten auf Widerruf. Aber ebenso gilt für dich die Lücke in der Freizeit. Und wenn ein Freizeitunfall zur Dienstunfähigkeit führt, folgt als Anwärter die Entlassung ohne Versorgungsanspruch – das ist dann ein Fall für die Dienstunfähigkeitsversicherung.

Das hängt vom Tarif ab. Motorradfahren ist meist eingeschlossen, bei Fallschirmspringen, Tauchen oder Kampfsport lohnt der genaue Blick. Wichtig ist, das Hobby vor Vertragsschluss anzugeben – nachträglich wird es schwierig.

Ein Faktor, der die Auszahlung bei hohem Invaliditätsgrad überproportional steigen lässt. Bei leichten Folgen ändert sie wenig, bei schweren macht sie den Unterschied zwischen einer Überbrückung und einer echten Absicherung.

Enthält deine Police die Polizei-Klauseln?

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