Dienstunfähigkeit

Was passiert, wenn duim Studium rausfliegst?

Als Anwärter bist du Beamter auf Widerruf. Wirst du dienstunfähig, versetzt dich niemand in den Ruhestand – du wirst entlassen. Und stehst ohne Einkommen da.

Viele starten ins Studium in dem Glauben, als Beamter sei man ohnehin abgesichert. Für Beamte auf Lebenszeit stimmt das weitgehend. Für dich als Anwärter gilt es nicht.

Beamte auf Widerruf haben bei Dienstunfähigkeit keinen Anspruch auf Versorgung durch den Dienstherrn. Statt einer Ruhestandsversetzung folgt die Entlassung, danach die Nachversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung. Ob von dort etwas kommt, ist eine zweite Frage – für eine Erwerbsminderungsrente gilt eine Mindestversicherungszeit von fünf Jahren, und die Hürden sind hoch. Wer direkt nach der Schule ins Studium geht, erfüllt diese Voraussetzung in aller Regel nicht.

Für Beamte auf Probe sieht es kaum besser aus: Auch sie werden bei Dienstunfähigkeit entlassen statt in den Ruhestand versetzt, sofern die Ursache kein Dienstunfall war. Ein Unterhaltsbeitrag ist möglich, aber eine Ermessensentscheidung mit strengen Maßstäben – kein Anspruch, auf den man planen kann.

Worauf es ankommt

Vier Punkte, die den Unterschied machen.

Berufsunfähigkeit reicht nicht

Eine normale BU-Police zahlt erst, wenn du deinen Beruf generell nicht mehr ausüben kannst. Verlierst du aber nur die Polizeidiensttauglichkeit, kann der Versicherer auf eine Innendiensttätigkeit verweisen – und zahlt nicht.

Die echte Dienstunfähigkeitsklausel

Entscheidend ist eine Klausel, die an den Verwaltungsakt deines Dienstherrn anknüpft. Liegt der Bescheid vor, ist der Versicherer daran gebunden. Das erspart dir im Ernstfall die Beweisführung.

Polizeidienstunfähigkeit ist eigens definiert

Nach § 4 BPolBG bist du polizeidienstunfähig, wenn du den besonderen gesundheitlichen Anforderungen nicht mehr genügst und die volle Verwendungsfähigkeit binnen zwei Jahren nicht zurückkehrt. Die Länder haben entsprechende Regelungen.

Je früher, desto günstiger

Der Beitrag richtet sich nach Eintrittsalter und Gesundheitszustand. Beides ist zu Studienbeginn so gut wie nie wieder. Wer erst nach der ersten Rückenoperation fragt, zahlt Zuschläge oder bekommt gar keinen Vertrag mehr.

Wie groß die Lücke wirklich ist

Selbst mit Verbeamtung auf Lebenszeit bleibt es knapp. Ein Anspruch auf Ruhegehalt entsteht frühestens nach fünf Jahren ruhegehaltfähiger Dienstzeit – die versorgungsrechtliche Wartezeit nach § 4 BeamtVG und dem entsprechenden Landesrecht. Nur wenn die Dienstunfähigkeit auf einem Dienstunfall beruht, entfällt diese Wartezeit.

Und selbst danach liegt das Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit deutlich unter deiner letzten Besoldung, weil es sich nach den bis dahin geleisteten Dienstjahren bemisst. Wer mit Ende zwanzig ausfällt, hat kaum welche.

Zum Nachlesen

§ 4 BPolBG, § 4 BeamtVG

Die Polizeidienstunfähigkeit ist im Bundespolizeibeamtengesetz eigenständig geregelt; die Länder haben vergleichbare Vorschriften. Die fünfjährige Wartezeit für das Ruhegehalt steht im Beamtenversorgungsgesetz und im jeweiligen Landesrecht. Weil die Details je Bundesland abweichen, lohnt der Blick auf deine konkrete Laufbahn.

Was wir im Gespräch klären

Welche Absicherung du brauchst, hängt von deinem Status, deinem Bundesland und deiner Gesundheitsgeschichte ab. Im Erstgespräch schauen wir uns an, ob deine Bedingungen die Dienstunfähigkeitsklausel wirklich enthalten, ob die vereinbarte Rente zu deinem Bedarf passt und was eine Gesundheitsprüfung in deinem Fall bedeutet.

Häufige Fragen

Kurz und verständlich.

Ja. Gerade als Anwärter sind die Voraussetzungen meist günstig, weil du jung bist und in der Regel wenige Vorerkrankungen hast. Wichtig ist ein Tarif, der Beamte auf Widerruf ausdrücklich annimmt und die Dienstunfähigkeitsklausel enthält.

Berufsunfähigkeit bedeutet, dass du deinen Beruf allgemein nicht mehr ausüben kannst – das muss dir gegenüber dem Versicherer nachgewiesen werden. Dienstunfähigkeit knüpft an die Entscheidung deines Dienstherrn an. Beide Begriffe überschneiden sich, sind aber nicht deckungsgleich: Polizeidienstunfähig zu sein heißt nicht automatisch berufsunfähig zu sein.

Kannst du – nur wird es dann teurer und die Annahme ist unsicherer. Beitrag und Bedingungen hängen von Eintrittsalter und Gesundheitszustand ab. Rückenprobleme, Knieverletzungen oder eine Behandlung wegen psychischer Belastung sind im Polizeidienst nicht selten und können später zu Ausschlüssen führen.

Ja, und genau das wird oft unterschätzt. Ob du im Einsatz oder beim Motorradfahren am Wochenende verunglückst, ändert nichts an der Dienstunfähigkeit – wohl aber an der Versorgung. Bei einem Dienstunfall greifen zusätzliche Regelungen, beim Freizeitunfall nicht.

Passt deine Absicherung zu deiner Laufbahn?

Wir schauen uns deine Unterlagen an und sagen dir ehrlich, ob die Dienstunfähigkeitsklausel drin ist – und ob die Höhe reicht. Kostenlos und unverbindlich.